Mission-Erde-Entdecken

Thailand (2. Februar - 27. März 2026)

Diesen Abschnitt werden wir im Laufe unserer Reise kontinuierlich erweitern - es lohnt sich also von Woche zu Woche vorbeizuschauen.
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13. März 2026

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Straßenleben auf Koh Samui


Wenn man sich ein wenig von den Stränden entfernt und einfach durch die Straßen läuft, zeigt Koh Samui ein ganz anderes Gesicht. Es ist kein Ort großer Boulevards oder spektakulärer Architektur. Stattdessen besteht das Leben hier aus vielen kleinen Szenen, die sich entlang der Straßen abspielen.

Unter bunten Sonnenschirmen entstehen einfache Küchen am Straßenrand. Eine Frau bereitet konzentriert das Essen vor, während um sie herum Plastikkisten, Kühlboxen und improvisierte Arbeitsflächen stehen. Alles wirkt provisorisch – und gleichzeitig perfekt organisiert. Hier wird gekocht, verkauft, gegessen und geredet.

Ein paar Straßen weiter taucht plötzlich ein Tor auf, reich verziert mit Drachen und leuchtenden Farben. Dahinter liegt ein kleiner chinesischer Tempel. Solche Orte wirken fast wie versteckte Inseln innerhalb der Stadt – ruhig, still und voller Details, während draußen Mopeds vorbeifahren und das alltägliche Leben weitergeht.

Die Straßen selbst sind schmal und funktional. Roller stehen vor den Häusern, kleine Restaurants öffnen ihre Front direkt zur Straße, und Stromkabel ziehen sich in dichten Bündeln über die Dächer. Vieles wirkt improvisiert, aber genau darin liegt auch der Charakter dieser Orte.

Der Verkehr besteht größtenteils aus Mopeds. Manche transportieren nur ihren Fahrer, andere erstaunliche Mengen an Waren. Pakete, Kisten, Körbe und Kartons werden übereinander gestapelt und mit Seilen festgezurrt. Was in Europa vermutlich als unmöglich gelten würde, funktioniert hier erstaunlich zuverlässig.

Auf den Märkten zeigt sich schließlich die ganze Farbigkeit der Insel. Bananen hängen in großen Bündeln von der Decke, Mangos, Drachenfrüchte und Orangen liegen in hohen Stapeln auf den Tischen. Zwischen den Ständen sitzen Händler, unterhalten sich oder warten geduldig auf die nächsten Kunden.

Es sind keine spektakulären Szenen – und vielleicht gerade deshalb erzählen sie so viel über den Alltag auf der Insel. Das Leben hier wirkt weniger geplant und weniger strukturiert als zuhause. Gleichzeitig scheint alles seinen eigenen Rhythmus gefunden zu haben.

10. März 2026

Alltag, Strände, Entspannung

Und es gibt sie doch…


…die Orte, die es wert sind, hierher zu reisen.

Nach langer Suche konnten wir endlich einen etwas verlasseneren Strand finden. Hierfür mussten wir auf den ruhigeren Teil der Insel fahren und abseits der Resorts durch unwegsames Gelände gehen; halb durch den Dschungel, halb über steile Felsen. Diese Umstände sind auf dieser und anderen Reisen schon oft die Garanten für einen schönen Ort gewesen. Ich erinnere mich dort an “Secret Beach” in Oregon.

Angekommen, liegen auch hier Touristen und genießen Sonne und Wasser, aber vielleicht ein Zehntel so viele wie an anderen Stränden: Flaches, warmes Wasser, ein paar Bäume für den Schatten - aber nur, bis die Sonne ab fünf Uhr nachmittags tiefer steht.

Unsere Eindrücke vom letzten Tempelbesuch haben wir ja geschildert. Beim Wat Plai Laem im Norden Koh Samuis sieht alles schon ganz anders aus. Wir beginnen den Tag bewusst früh und sind schon um acht Uhr vor Ort.

Leider konnten wir diesen Ort nur etwa eine Stunde lang bewundern. Zum einen, weil die Touristen – in kurzen Hosen – gegen neun Uhr diesen Ort übervölkern, zum anderen, weil die Sonne (an einem Tag ohne Wolkendecke) schon sehr warm ist und die Fotos dann ihren Glanz der frühen Morgenstunde verlieren. Zu starke Glanzlichter, harte Schatten.

Weil wir noch viel Zeit an diesem Morgen hatten, setzten wir unsere Erkundung an einem nahegelegenen Tempel (Wat Phra Yai) fort, bis auch hier die Touristen den Berg wie ein Termitenschwarm überfielen.

Die Straßenszene in der Galerie (zweites Bild von oben links) zeigt im Übrigen eine recht gepflegte Umgebung.

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22. Februar 2026

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Verfall, Stille – und der Moment, in dem wir gingen

Wat Teepangkorn

Wat Teepangkorn empfingen wir nicht als stillen Rückzugsort, sondern als einen Ort, der in Teilen verlassen und dem Verfall überlassen wirkte. Abblätternde Farben, Moos auf Figuren, rissige Sockel – sichtbare Spuren von Zeit und Klima. Kein gepflegtes Heiligtum, sondern ein Ort, an dem die Vergänglichkeit offen sichtbar ist.

Gerade diese Unvollkommenheit verlieh dem Tempel eine besondere Atmosphäre. Eine Stille, die nicht dekorativ war, sondern ernst. Wir bewegten uns langsam, zurückhaltend, fast automatisch leiser. Es fühlte sich nicht wie ein Ort, den man besucht, sondern wie einem, dem man begegnet.

Diese Stimmung hielt nicht bis zum Ende unseres Aufenthalts an.

Gegen Schluss erreichten mehrere Gruppen von Besuchern das Gelände. Sie kamen auf Pick-ups, fröhlich, ausgelassen, im Zeichen des Neujahrsfestes sichtbar. Wasserpistolen, Lachen, Bewegung. Für sie schien der Tempel Teil einer grösseren Feier zu sein – ein Zwischenstopp, nicht das Ziel.

Wir möchten betonen: Das Neujahrsfest selbst ist tief in der thailändischen Kultur verankert und von grosser Bedeutung. Was uns jedoch befremdete, war die fehlende Anpassung an den Ort. Kleidung, Verhalten und Lautstärke standen für uns in starkem Kontrast zur Würde dieses Tempels.

Wir fühlten uns in diesem Moment nicht mehr wohl.

Nicht aus Ablehnung, sondern aus dem Gefühl heraus, dass wir uns an einem Ort befanden, der plötzlich nicht mehr als solcher wahrgenommen wurde. Die Stille, die diesen Platz getragen hatte, war verschwunden. Und mit ihr auch unser Gefühl, hier richtig zu sein.

Wir entschieden uns zu gehen.

Wat Teepangkorn bleibt für uns ein Ort, der viel erzählt – über Vergänglichkeit, über Respekt und darüber, wie unterschiedlich Menschen denselben Raum erleben können. Ein Platz, der uns weniger durch das, was er zeigt, als durch das, was an diesem Tag verloren ging, in Erinnerung bleibt.

15. Februar 2026

Ankunft im Paradies?

Nach Wochen mit unerwartet kaltem und nassem Wetter in Südeuropa haben wir uns entschieden, unsere Campingreise vorübergehend zu unterbrechen und nach Thailand zu fliegen. Was zunächst eine pragmatische Entscheidung war, entwickelte sich schnell zu einer wertvollen Zäsur innerhalb unserer Langzeitreise.

Ende Januar sind wir von Lissabon nach Phuket geflogen, während unser Camper während der Unwetter sicher im Norden Portugals untergebracht blieb. Im Süden von Phuket bezogen wir für fünf Tage ein Haus - bewusst ruhig gewählt, um den Jetlag in den Griff zu bekommen. Bereits ab dem zweiten Tag funktionierte das erstaunlich gut, sodass wir kurz darauf unseren ersten Ausflug auf eine kleine, abgelegene Insel unternehmen konnten.

Damit begann unser „Paradies-Modus".
Anfang Februar ging es weiter nach Koh Samui im Osten Thailands. Die ersten Tage waren allerdings unerwartet arbeitsintensiv: Die ursprünglich gebuchte Unterkunft entsprach in keiner Weise dem Preis oder den Erwartungen. Dank der Buchung über Airbnb war das Problem jedoch innerhalb von 48 Stunden gelöst - inklusive Rückerstattung und neuer Unterkunft.

Ärgerlich, aber lehrreich, und letztlich schnell erledigt.
Seitdem hat sich hier ein sehr angenehmer Alltag eingestellt: konstante Wärme, Schule für die Jungs, Erkunden der Umgebung und bewusst Zeit für Entspannung.

Bis zum 22. März bleiben wir auf Koh Samui, bevor wir mit Fähre und Bus beziehungsweise Taxi nach Phuket zurückkehren. Nach einer kurzen Akklimatisierung und ein bis zwei weiteren Ausflügen fliegen wir Ende März zurück nach Lissabon.

Thailand ist für uns weniger ein klassisches Reiseziel als vielmehr eine strategische Pause - ein Ort, um durchzuatmen, Stabilität zu finden und mit etwas Abstand über die nächsten Etappen unserer Reise nachzudenken.

Wer bei dem obigen Titel an Ruhe, Ursprünglichkeit und unberührte Natur denkt, wird hier schnell korrigiert. Was wir vielerorts vorfinden, sind extreme Touristendichte, überfüllte Städte und Strände sowie eine kaum zu übersehende Menge an Müll – nicht nur auf dem Festland, sondern auch auf kleineren Inseln.

Besonders eindrücklich war unser Aufenthalt auf Koh Bon (Bild unten). Am sogenannten „Honeymoon Beach“ zeigte sich ein stillschweigendes, fast kollektives Verhalten: Der Blick – und damit auch jede Kamera – richtete sich konsequent auf das Meer.
Denn hinter dem Strand, in der zweiten Reihe landeinwärts, sammelte sich der Müll. Also wurden Fotos bewusst in Richtung Horizont gemacht, Sand glattgerecht und Bildausschnitte so gewählt, dass das Unerwünschte unsichtbar blieb.

Fingierte Hochzeitsbilder, nahezu anzügliche Tänze im knappen Bikini und eine gnadenlose Selbstinszenierung bestimmten das Geschehen – inklusive gemachter Körper und überzeichneter Schönheitsideale. Auf dem Wasser setzte sich dieses Bild fort: Jetskis zogen in Zehnergruppen ihre Kreise, während Longtail-Boote und Yachten unablässig vorbeiknatterten. Das Paradies existiert – aber oft nur im Bildausschnitt.

Unweigerlich stellt sich dabei die Frage nach dem Einfluss sozialer Medien. Vieles von dem, was wir hier beobachten, scheint weniger dem Erleben eines Ortes zu dienen als dessen Verwertbarkeit im digitalen Raum:
Orte werden zu Kulissen, Strände zu Bühnen, und das Reisen selbst zu einer Abfolge von reproduzierbaren Bildern. Was nicht ins gewünschte Narrativ passt - Müll, Lärm, Enge, - wird konsequent ausgeblendet. Genau dieses Verhalten trägt aus unserer Sicht massgeblich zu dem Bild bei, das wir vorfinden - übernutzte Orte, die ihrer eigenen Attraktivität zum Opfer gefallen sind. Zurück bleibt eine Inszenierung von „Paradies“, die nur im Ausschnitt funktioniert.

Die Frage, die sich uns dabei immer wieder aufdrängt, ist eine grundlegende: Wie kann man heute noch reisen, ohne genau jene Orte zu zerstören, die man sucht?

Und vielleicht weiter gedacht - ob echtes Reisen nicht gerade dort beginnt, wo man bereit ist, das Unbequeme mitzusehen und auszuhalten, anstatt es wegzufiltern.